Um, wie es in der Gründungsurkunde heißt, "dem Wohl der Kinder und Jugendlichen des Münchner Kindl-Heims in ideeller und materieller Hin­sicht zu dienen", wurde am 2. Dezember 1957 im Münchner Kindl-Heim, unter dem Vorsitz der damaligen Verwaltungsbeirätin des Heims und ehe­maligen Stadträtin, Frau Christine Tietz, der Verein "Freunde des Münchner Kindl- Heims e.V." gegründet. Entstanden waren die Überlegungen hierzu vorwiegend aus einer finanziellen Not heraus. Als nämlich nach dem 2. Weltkrieg den Kindern und Jugendlichen des städtischen Kinderasyls, so hieß das Münchner Kindl- Heim bis 1957, das städtische Gut Karlshof für Ferienaufenthalte nicht mehr zur Verfügung stand, und die damalige Außenstelle des Heims, die "Kasperlmühle", als Ferienquartier hauptsächlich den Kindern vorbehalten war, war man gezwungen, für die Jugendlichen und Lehrlinge nach Alternativen zu suchen. Während der Sommerferien nutzte man deshalb die Möglichkeit des Zeltens - für die Win­terferien ein Quartier zu finden, war zur damaligen Zeit jedoch sehr schwierig und teuer. Hin und wieder konnte das damals noch sehr knappe Budget des Heims zwar durch Spenden aus der Bevölkerung aufgebessert werden, da dies jedoch keine laufenden, kalkulierbaren Einnahmen waren, beschlich die Jugendlichen und Lehrlinge vor den Ferien jedes Mal ein ban­ges und unsicheres Gefühl. Die Vereinsgründung war für sie deshalb ein "Geschenk des Himmels", denn nun bestand für sie die Aussicht, durch den Verein eine regelmäßige finanzielle Unterstützung ihrer Wochenend- und Ferienmaßnahmen zu erhalten. Deshalb machten sie sich eifrig auf die Suche nach einem für sie geeigneten, stationären Ferienquartier. Die Erfahrung allerdings, dass dies schwieriger als erwartet war, dämpfte die Freude sehr schnell. Doch, wie der Zufall oft so spielt - eines Tages, es war im Dezember 1959 - wurde von den aktiven Burschen in Aurach, zwischen Schliersee und Bayrischzell gelegen, ein passendes Objekt gefunden: ein ausgedienter Schweinestall, der von einem Wissenschaftler, der sich hierher zu Studienzwecken zurückgezogen hatte, bereits notdürftig bewohnbar gemacht wurde. Mit großer Begeisterung und in aufopfernder Eigenleistung der Lehrlinge, die aus den verschiedensten Handwerksberufen kamen, entstand aus dem ehemaligen Schweinestall im Laufe der folgenden Jahre eine komfortable, komplett eingerichtete Ferienhütte mit 24 Schlafplätzen, in der die Kinder und Jugendlichen im Sommer wie im Winter traumhafte Ferientage verbrachten. Im Januar des Jahres 1970 war dieser Ferien- und Wochenendtraum jedoch ausgeträumt - die Hütte brannte aus ungeklärter Ursache bis auf die Grundmauern nieder. Das war eine große Enttäuschung für die Kinder, vor allem jedoch für die Jugendlichen des Heims, denn nun standen sie, nach­dem sie so viel Mühe und Arbeit in die Renovierung des alten Schweinestalls gesteckt hatten, erneut ohne Ferienquartier da. Ohne lange zu überlegen kam die Vor­standschaft des Vereins deshalb zu dem Schluss: die Kinder und Jugendlichen des Münchner Kindl-Heims müssen ein neues Ferienhaus haben. Die Suche nach einem geeigneten Objekt begann von neuem. Schon nach kurzer Zeit stellte sich jedoch heraus, dass die angebotenen Altbauten zu kost­spielig und nur sehr schwer instand zu setzen waren. Um den Kindern und Jugendlichen des Münchner Kindl-Heims jedoch weiterhin einen regelmäßigen Ferien- und Wochenendaufenthalt zu ermög­lichen, entschied sich die Vorstandschaft daraufhin, ein eigenes Ferienhaus zu bauen. Aber schon die Grundstückssuche war äußerst schwierig. Häufig scheiterten die Verhand­lungen am Einspruch der Nachbarschaft wegen dem zu erwarteten "Kinderlärm", eine bereits gefällte Zusage wurde kurzfristig wieder zurückgenommen. Nach vielen Rückschlägen wurde man trotzdem fündig: die Elektrizitätswerke der Landeshauptstadt München stellten dem Verein ein Grundstück in Fischbachau-Hammer, nur wenige Kilometer vom Standort der abgebrannten alten Hütte entfernt, und damit in schon vertrauter Umgebung, zur Verfügung. Endlich konnte man mit dem Neubau beginnen. Ein Bauingenieur, selbst Mitglied des Vereins, übernahm kostenlos die Planung und Bauleitung. Eine Münchner Tageszeitung führte eine Sammelaktion durch, an der sich Tausende Münchner Bürgerinnen und Bürger sowie viele Firmen mit kleineren und größeren Geld- und Sachspenden beteiligten. Auch die Kinder und Jugendlichen des Münchner Kindl-Heims erbrachten, getreu ihren "Vorgängern" von Aurach, große Eigenleistungen. In monatelangem Basteln und Werken entstanden sehr schöne Arbeiten, die im Rahmen einer öffentlichen Versteigerung einen sehr hohen Erlös erbrachten. Auch bei den Innenausbauten des neu errichteten Ferienhauses wirkten viele Jugendliche des Heims aktiv mit. Als das neue Ferienhaus dann fertiggestellt war, wurde es, in Anerkennung des aufopfernden Wirkens der Vereinsvorsitzenden, nach deren Namen "Christine Tietz-Haus" benannt. Christine Tietz, die über 30 Jahre Vorsitzende und schließlich Ehrenvorsitzende des Vereins war, hat durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit für das Münchner Kindl-Heim, für die Kinder und Jugendlichen, unschätzbare Dienste geleistet und den sozialen Geist im Heim entscheidend mitgeprägt. Für ihr überaus großes Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz wurde sie deshalb auch von der Landeshauptstadt München mit der Medaille "München leuchtet" in Gold ausgezeichnet. Verbunden mit einem Wandertag, kamen am 27. Mai 1977 alle Kinder und Jugendlichen des Münchner Kindl-Heims zur Einweihung des neuen Ferien­hauses nach Fischbachau-Hammer und überreichten der "Namenspatronin" traditionsgemäß Salz und Brot. Seit dieser Zeit wird das Ferienhaus - das als "Doppel-Bungalow" errichtet, und in zwei voneinander getrennte Wohnungen mit je 15 Schlafplätzen unterteilt ist - von den Kindern und Jugendlichen des Münchner Kindl-Heims regelmäßig für Wochenend- und Ferienaufenthalte genützt. Durch umfangreiche Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen, einem Umbau der bei­den Terrassen in zusätzliche Wohnräume sowie der Errichtung eines Mehrzweckraumes ist das Ferienhaus zwischenzeitlich zu einem richtigen Schmuckkästchen geworden. Als im Jahre 1974 im Münchner Kindl-Heim die Überlegung entstand, das Betreuungsangebot für ältere Jugendliche bzw. junge Erwachsene, die dem Heim "entwachsen" waren, durch die Form des "Betreuten Wohnens" zu vergrößern, unterstützte der Verein dieses Vorhaben durch das Anmieten von Zimmern und Wohnungen. Der Kauf einer Eigentumswohnung für diesen Zweck vergrößerte das Wohnungsangebot zwischenzeitlich. Neben vielen Einzel- und Gruppenferienmaßnahmen der Kinder und Jugendlichen des Münchner Kindl-Heims, werden durch den Verein nach wie vor auch Mitgliedschaften bei Sportvereinen oder anderen Jugendgruppen sowie die Teilnahme an Freizeit- und Fortbildungskursen finan­ziell gefördert. Um Anreize für das Sparen zu schaffen, unterstützt der Verein dies durch die Zuwendung von Sparprämien. Auch zu den traditionellen Feiern und Festen, die einen hohen Stellen- und Erlebniswert für den Heimalltag - und damit für die Kinder und Jugendlichen - haben, leistet der Verein seit Jahren einen ideellen und materiellen Beitrag. Nicht unerwähnt bleiben soll zum Schluss, dass auf Initiative des Vereins auch das sog. "Ehemaligentreffen", das alle zwei Jahre im Münchner Kindl-Heim stattfindet und zu dem sich erfreulicherweise die verschiedenen "Generationen" in großer Zahl zusammenfinden, entstanden ist. Der Verein "Freunde des Münchner Kindl-Heims e.V."' möchte auch weiterhin die Arbeit des Münchner Kindl-Heims tatkräftig unterstützen und zwar vor allem · durch die Schaffung und Unterhaltung von Ferieneinrichtungen · durch die materielle Unterstützung von pädagogischen Maßnahmen · durch Zurverfügungstellung von Wohnraum an aus dem Heim ausgetretene Jugendliche und junge Erwachsene für eine gewisse Übergangszeit · durch Gewährung von Darlehen oder Zuschüssen an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zur Anschaffung von persönlichem Eigentum und insbesondere zur Existenzgründung nach dem Heimaustritt sowie · durch die Unterstützung aller Aktivitäten des Münchner Kindl-Heims, die zur Schaffung und Verbesserung von Außenkontakten führen. Deshalb würden wir uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit hilfreich unterstützen, und auch in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis für unseren Verein werben würden , denn unsere vielfältigen Aufgaben können wir nur gemeinsam erledigen.
Geschichte des Vereins
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